Tolle Tage auf dem kalten Feld

waldtage 2017 1Die Gewaltpräventions- und Waldpädagogik-Tage der Klasse 6a der Schäfersfeldschule Lorch erlebten in diesem Jahr ihre Premiere auf dem Kalten Feld.
Die Stärkung der Klassengemeinschaft, harte Waldarbeiten und Naturerlebnisse standen im Mittelpunkt der beiden Tage.

Das Abenteuer begann mit der Bahnfahrt von Lorch nach Schwäbisch Gmünd, und der dortige Busanschluss brachte uns zum Hornberg.
Während es nun zu Fuß Richtung Franz-Keller-Haus ging, hatte Udo Blessing, der zusammen mit der Klassenlehrerin Inga Maier und der Schulsozialarbeiterin Anja Kirrmann diese Waldtage organisiert hat, bereits viel Aufgaben vorbereitet.

Rasch wurde von der Klasse das Franz-Keller-Haus in Beschlag genommen, das für die nächsten Tage die Unterkunft darstellen sollte. Es erfolgte eine kurze Einweisung in die Gepflogenheiten des Hauses durch dessen Hüttendienst Christine Petraschke und Markus Hiegler sowie eine Vorstellung der Inhalte und Ziele des geplanten Programms. Letzteres sah zunächst das Abtransportieren von Meterholzstücken aus dem umliegenden Wald vor. Groß war die Freude, als hierfür ein Traktor mit Anhänger bereitstand, der zumindest für die Anfahrt zum „Einsatzort“ den Schülerinnen und Schülern eine willkommene „Mitfahrgelegenheit“ bot.
Mit Arbeitshandschuhen und festem Schuhwerk ausgestattet machten sich die Schülerinnen und Schüler eifrig ans Werk. Das Meterholz wurde dabei nicht nur eingesammelt, sondern auch fachgerecht abgelagert. Alle Aufgaben wurden mit Bravour bewältigt.

Das mittägliche Buffet stand unter dem Motto "Teilen mit Gewinn". Diesem Buffet liegt die Idee zugrunde, dass jeder selbst mitgebrachtes Essen mit anderen teilt. Der Wert der Nahrung und das gemeinsame Speisen sollen somit bewusst in den Mittelpunkt gerückt werden.

Am Nachmittag standen interaktions- und erlebnispädagogische Spiele bzw. Übungen an. In vier aufeinander aufbauenden "Levels" galt es zuerst einen mit Wasser gefüllten Becher auf einer Plane durch einen vorgegebenen Parcours zu transportieren. Absprachen und eine gelungene Kommunikation waren gefordert. Vor allem das gegenseitige Ausredenlassen und das Zuhören wollten noch nicht immer gelingen. Auch vereinbarte Konsequenzen wurden versucht aufzuweichen. Aber gut, letztendlich war dies ja Sinn und Zweck dieser Übungen. Als nächstes folgte das „Laufende A“. Neben der nun wiederholt geforderten Kommunikation standen hierbei Sich-gegenseitig-vertrauen und Sich-gegenseitig-Halt-geben im Mittelpunkt Dabei galt es einmal gemeinsam die „Villa Maus“ zu umrunden, was letztendlich auch gelang!
In Ermangelung eines Hochseilgartens schufen sich die Schülerinnen und Schüler bei der nächsten Aktion ihren Hochseilgarten selber. Auf einem von den Schülern gemeinsam gespannten Seilkreis absolvierten jeweils ein Junge und ein Mädchen eine volle Umrundung auf dem Seil! Sprachliche Äußerungen konnten nun in den Hintergrund treten, gutes Festhalten an Seil und Mitschülern war gefordert.


Nach einer kurzen Kuchenpause waren die Schülerinnen und Schüler nun motiviert, auch die letzte, schwierigste Aufgabe als Abschluss zu versuchen: Die Bergung eines Schatzes aus dem "Säure-See". Es bedurfte mehrere Anläufe und Hilfestellungen bis sich die Jungen und Mädchen zusammengerauft hatten, um schließlich spät am Abend gemeinsam die Aufgabe zu bewältigen. Es dauerte, aber letztendlich hat es geklappt! Dennoch wurde im Nachgang zu diesen Aktionen deutlich, dass es vor allem hinsichtlich des Umgangs miteinander innerhalb der Klassengemeinschaft noch weite Arbeitsfelder gibt.

Für das Abendessen versammelte sich die Klasse an der Grillstelle und alle waren guter Dinge, dass das Feuermachen ohne Zuhilfenahme von Feuerzeug oder Streichhölzern gelingen wird. Hierfür wurden mit den Taschenmessern aus Fichtenscheiten feine Späne in verschiedensten Abstufungen produziert. Pulver eines abgeschabten Magnesiumblocks sowie ein kräftiger Funkenschlag sorgten dann dafür, dass die feinsten Späne brannten. Anschließend war ein wenig Geduld gefordert, bis aus der kleinen Flamme ein großes Feuer wurde.

Nachdem der Hunger gestillt war und die Nacht hereinbrach, machte sich die Klasse 6a zu einer Nachtwanderung auf. Schauermärchen und alte Sagen zauberten eine gespenstische Stimmung.

Zurück am Franz-Keller-Haus waren Einige immer noch munter und vertrieben sich die freie Zeit bis zur Nachtruhe mit Spielen.

Nach dem Frühstück ging es am Vormittag nochmals in den Wald. Nun galt es, einen alten Zaun, der als Verbiss-Schutz einst eine junge Aufforstung umzäunt hat, gemeinsam abzubauen. In Teams und mit diversen Zangen ausgestattet, machte sich die Klasse an die Arbeit. Voller Stolz und schneller als gedacht war die Arbeit getan, zur Belohnung durften alle auf dem Anhänger des Traktors zurück zur Hütte fahren. Welch ein Spaß!

Nach den leckeren Spaghettis von Christine und Markus wurde die Hütte geputzt und die Rucksäcke gepackt. Bald hieß es Abschied nehmen. Zu Fuß ging es nun wieder hinab zum Hornberg, wo am Parkplatz die Eltern warteten, die alle Kinder, müde und dreckig, aber glücklich, wieder nach Lorch zurückbrachten.
An den folgenden Schultagen ließ man gemeinsam die beiden letzten Tage Revue passieren. Positives und Negatives kam zur Sprache, Verbesserungspunkte wurden festgelegt und Aspekte für den Schulalltag besprochen. Unter dem Strich waren sich alle einig, dass sie sehr gelungene, wertvolle Stunden auf dem Kalten Feld erlebt hatten. In Zukunft wollen die Schülerinnen und Schüler respektvoller miteinander umgehen und daran arbeiten, sich an Gesprächsregeln zu halten. Jeder will seinen Betrag dazu leisten – für sich alleine und auch gemeinsam. Als Klasse 6a.

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